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Ausdauerleistung nach Kälteapplikation

Aufwärmen oder „Kaltstart"

1.Einleitung

Körperliche Arbeit produziert Wärme. Dieser Vorgang beinhaltet im Hinblick auf sportliche Leistungen zunächst insofern einen positiven Effekt, als pro 1° Celsius Körpertemperaturanstieg die biochemischen Prozesse im Körper -als Leistungsvoraussetzungen - 13 Prozent schneller ablaufen (Lullies, 1973, S. 372). Allerdings gibt es bei der Körpertemperatur eine Obergrenze, die leistungsnegativ wirkt, wenn sie überschritten wird ( bei Marathonläufern wurden z.B. Körperkerntemperaturen von über 40° C gemessen, was - ohne entsprechende Kühlung bzw. Wärmeabgabe und häufig wegen der Schweißentwicklung mit Dehydratation verbunden - zu Leistungsminderungen bis zum Leistungsabbruch führen kann.).

Hohe Außentemperaturen fördern die dadurch provozierten Leistungsminderungen ebenso wie solche Rahmenbedingungen, die keine Kühlung (während der sportlichen Leistung) ermöglichen. Die Kühlung erfolgt an der Körperperipherie über Schweißabsonderung (Verdunstungskälte) und Außeneinflüsse (Temperatur, Wind u.a.). Diese thermoregulatorischen Bedingungen setzen im Sinne der Leistungsoptimierung eine Balance zwischen Wärmeproduktion und Wärmeabgabe, also Kühlung, voraus. Bloßes Auf wärmen kann deshalb kontraproduktiv sein, weil zwar durch die körperliche Arbeit im Körperzentrum für einen Anstieg der Körperkerntemperatur gesorgt ist, nicht aber für die von der Körperperiphere ausgehende Kühlung.

2. Aufwärmen oder „Kaltstart"

Mit dieser Problematik, nämlich der Bedeutung der Thermoregulation für die sportliche Leistung, also des Zusammenspiels von Wärme und Kälte im Rahmen sportlicher (Ausdauer-) Leistungen, hat sich schon vor einigen Jahren unter dem provokanten Titel „Aufwärmen oder Kaltstart" Brück (1987, S. 13-16) auseinanderesetzt. In seiner Argumentation und auf der Grundlage seiner empirischen Befunde geht es dabei im Wesentlichen um zwei Aspekte: ...weiter

3. Prinzipien der Thermoregulation

Der Mensch gehört zu den homoiothermen (gleichwarmen) Lebewesen, d.h., die Körperkerntemperatur wird im Wesentlichen konstant gehalten. Die Extremitäten und die Haut dagegen verhalten sich poikilotherm (wechselwarm), d.h., ihre Temperatur unterliegt größeren Schwankungen (Schmidt & Thews, 1997, S. 649)...weiter

4. Kälte und sportliche Leistung - ein Literaturbericht

Im Folgenden wird auf internationale Beiträge hingewiesen, die sich mit dem Problem der Kälteauswirkungen auf die sportliche Leistung (in Training und Wettkampf sowie während systematisch durchgeführter wissenschaftlicher Experimente) befassen...weiter

 5. Untersuchungsdurchführung und -ergebnisse der Autoren*

Leistungssport findet heute im Grenzbereich der menschlichen Leistungsfähigkeit statt. Um unter diesen Bedingungen noch Leistungssteigerungen erzielen zu können, ist es erforderlich, Ressourcen zu erschließen, die bislang entweder unbekannt waren oder ungenutzt geblieben sind: verbesserte Trainingsqualität, Optimierung von Be­ lastung und Erholung, Ausschöpfung der biologischen Leistungsreserven u.a. Die Bedingungen der Thermoregulaon als eine solche Ressource sportlicher Leistungsvoraussetzungen sind da­ bei bisher nur am Rande und da in der Regel lediglich im Zusammenhang mit der durch körperliche Arbeit bedingten Wärmeproduktion - sprich: Aufwärmen - in das Interesse des Sports geraten. Die notwendig andere Seite dieses regulatorischen Systems, das Zusammenspiel von Wärme und Kälte, von Auf­wärmen und Abkühlung, ist bislang kaum beachtet worden. Mit dem Einfluss von Kälte auf die Ausdauerleistung befasst sich der folgende Beitrag, der Teil eines vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft geförderten Forschungsprojekts ist.

Nach einer kurzfristig (2,5 Minuten) und hoch dosierten (-110° C) Kälteapplikation wurde ein intervallisierter Ausdauertest (26 Minuten) mit einer Belastung von 150 und 250 Watt auf einem Hoch- leistungs-Fahrradergometer (SRM) durchgeführt. Die 17 männlichen Probanden waren zwischen 21 und 24 Jah­ re alt und verfügten über eine gute, aber keine im Sinne des Leistungssports spezialisierte Ausdauerleistungsfähig keit.

Aus den erhobenen Testdaten werden hier der Herzfrequenzverlauf, das Blutlaktat und der Energieverbrauch im Vergleich mit einem identischen Test ohne vorherige Kälteintervention (unter Normaltemperaturbedingungen von 21 ° C) vorgestellt und im Kontext ausgewählter einschlägiger internationaler Literaturbeiträge diskutiert. Die Ergebnisse zeigen, dass Kälteappiikation eine geeignete Maßnahme zur Erschließung von Leistungsreserven im Ausdauerbereich sein kann....

...Eine Variante zur Ganzkörper-Kälteapplikation in einer Kältekammer stellt die Anwendung von Kühlwesten während des Trainings dar (Martin et al., 1998,S. 1-4).

(Die vollständige Veröffentlichung finden Sie in "Leistungssport", Ausg. 6/2003)

* Die Autoren

Dr. Sandra ÜCKERT, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am In stitut für Sportwissenschaft der Universität Dortmund und Lehrbeauftragte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Dr. Winfried JOCH, em. Univ.-Prof. am Institut für Sportwissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

 

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