Externe Kühlung im Sport

Externe Kühlung im Sport

Unter den Bedingungen hoher Umgebungstemperaturen bei gleichzeitiger körperlicher Arbeit reichen die internen Kühlungsvorgänge zunehmend nicht mehr aus, um die leistungsmindernden Effekte dieser „doppelten" Wärmeeinwirkung auf den Organismus zu kompensieren. Zur Vermeidung leistungsnegativer Wirkungen ist externe Kühlung - sowohl als Ganzkörperkälteapplikation (GKKA) als auch als Teil Köperkälteapplikation (TKKA) - notwendig. Als Optimaltemperatur für Ausdauerbelastungen in der zeitlichen Größenordnung und hinsichtlich der Belastungsintensität von Marathonläufen werden Werte von plus 10 bis 12 Grad Celsius angegeben (Badtke, 1995, S. 268). Tatsächlich ist die Weltbestzeit des Kenianers Paul Tergat am 28.9.2003 in Berlin (2:04:55 Stunden) bei einer Außentemperatur von plus 10 Grad Celsius gelaufen worden. Die Weltbestzeit der Frauen durch die Engländerin Paula Radcliffe (in London am 13.4.2003 in einer Zeit von 2:15:25 Stunden) wurde bei einer Außentemperatur von plus 12 Grad Celsius erreicht. Bei den so genannten „Behaglichkeitstemperaturen" (ca. 20 bis 23 Grad Celsius), die für Ruhebedingungen gelten, tritt unter Ausdauerleistungsanforderungen bereits eine erhebliche Wärmebelastung auf (Badtke, 1995, S. 269).

Die Bedeutung der Thermoregulation für die sportliche Leistung, also das Zusammenspiel von Wärme und Kälte im Rahmen sportlicher (Ausdauer-)Leistungen, ist bisher zugunsten der Wärme überwiegend einseitig dargestellt worden. Diese Wärme-Fixierung steht jedoch - nach Brück (1987, S. 11-16) - „mit den physiologischen Fakten nicht in Einklang": Wird der Körper nämlich vor der physischen Belastung (als Ursache der Wärmeproduktion) heruntergekühlt (Precooling), führe dies zu einer Erhöhung des Sauerstoffpulses mit den Effekten der Vergrößerung des Herzschlagvolumens und einer Verbesserung der Ausnutzung des Sauerstoffgehalts des Blutes.

Beide Effekte führen - nach Brück (1987, S. 16) - zu einer temperaturbedingten Ökonomisierung der Kreislauffunktionen und damit zu einer verbesserten Ausdauerleistungsfähigkeit.

aus Sandra Ückert/Winfried Joch: Verbesserte Hitzetoleranz durch Kälteapplikation

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