Bedeutung der Thermoregulation für die sportliche Leistung

* Die Vorstellung, „dass eine Erhöhung der Körpertemperatur (generell) eine leistungsbeünstigende Wirkung" hat, stünde nicht im Einklang mit den physiologischen Fakten. Insbesondere bei Ausdauersportarten müsse ein beträchtlicher Teil des energetischen Aufwanes für die Thermoregulation aufgewendet werden, zu der einerseits die Wärmeprodukion, andererseits aber auch der Kühlungsaufwand an der Körperperipherie (u. a. Hauttemperatur) gehöre. Dieser energetische Aufwand gehe für die durch Muskelkraft erzeugte Fortbewegung verloren. Nach einer australischen Untersuchung aus dem Jahre 1999 wird dieser Anteil mit ca. 75 Prozent quantifiziert: „Der menschliche Körper benötigt eine erhebliche Menge an Energie und Blutzufuhr zum Kühlen. Nur ca. 25 Prozent der Energie werden wirklich für sportliche Bewegung genutzt" (Schmidt & Thews, 1997, S. 652). Die Möglichkeiten, vor der sportlichen Leistung den Körper zu kühlen, scheinen also im Hinblick auf Leistungssteigerungen nicht völlig bedeutungslos zu sein.

* Werde der Körper vor der körperlichen Belastung (als Ursache der Wärmeproduktion) heruntergekühlt (Precooling), führe dies zu einer Erhöhung des 02-Pulses (als derjenigen Sauerstoffmenge, die pro Herzschlag der Körperperipherie zugeführt werden kann) mit den Effekten

- der Vergrößerung des Herzschlagvolumens und

- einer Verbesserung der Ausnutzung des Sauerstoffgehaltes des Bluts. Diese beiden Effekte führten zu einer temperaturbedingten Ökonomisierung der Kreislauffunktionen. Die so behandelten Athleten würden weniger schwitzen, d.h., die thermoregulatorische Belastung sei nach dem so genannten „Kaltstart" geringer. Die erzielten Leistungsverbesserungen betrügen in der ersten Viertelstunde der Belastung etwa 17 Prozent, und die Körpertemperatur sei deutlich abgesenkt. Erst nach etwa einer Stunde näherten sich dieTemperaturen einander an.

Die Untersuchungen von Brück zeigen (nach dessen Auffassung), „dass die Vorstellung, Ausdauerleistungen könnten durch Anhebung der Körpertemperatur (Aufwärmen im wörtlichen Sinn: warming up) gesteigert werden, nicht begründet ist. Vielmehr ließ sich (...) zeigen, dass Ausdauerleistung durch niedrigere Köpertemperaturen, sogar bei Absenkung unter die normalen Ruhewerte, begünstigt wird. Diese (...) Tatsache beruht auf der Temperaturabhängigkeit mehrerer physiologischer Regulationsvorgänge, deren Beanspruchung mit steigender Temperatur zu einem zunehmenden Diskomfort führt, der dem Antrieb zum Durchhalten der Leistung entgegenwirkt" (Brück, 1987, S. 16).

Ihr Warenkorb: 0 Produkte 0,00 €
 
 
 
 
Ihr Warenkorb ist noch leer.

Ziehen Sie Produkte hierher oder nutzen Sie die entsprechenden Buttons [Jetzt Kaufen] um Ihren Warenkorb zu füllen.